Traumdeutung: Das tote Walkalb

Das tote Walkalb

Der Traum von Stefanie:

„Ich gehe zum Strand mit meinem Freund. Dort sehe ich 2 tote Walbabys liegen, eines ist schon tot, das andere lebt vielleicht noch. Ich sehe im Wasser viele erwachsene Wale, die nebeneinander immer wieder mit ihren Köpfen auftauchen. Es mutet fast an, als würden sie nebeneinander tanzen. Es ist für mich sehr faszinierend, so etwas zu sehen. Ich gehe zu den Walkälbern, die dort auf dem Sand liegen. Ich spüre, dass das eine Kalb wirklich schon tot ist, das zweite aber im tiefsten Inneren noch zu leben scheint.

Ich rolle es ins flache Wasser. Mir fällt ein, dass ich mal folgendes gelesen hatte: manche gestrandete Wale sind noch nicht wirklich tot. Tief in ihrem Inneren schlägt noch ihr Herz und sie können wieder zum Leben erweckt werden, wenn sie in ihrem Element sind. Ich beginne also das Walkalb immer wieder mit Wasser zu begießen aus dem Meer. Es wird allmählich tatsächlich immer praller, so als würde es das Wasser aufnehmen. Ich spüre allmählich den Herzschlag des Kalbs.

Dann will ich das Kalb ins Wasser schieben und in die Tiefe des Meeres entlassen. Aber ich bemerke voller Entsetzen, dass seine Familie nicht mehr da ist, sondern schon abgetaucht. Sie sind zwar noch zu hören mit den Walgesängen, aber schon in der Tiefe. Ich kann das Walkalb noch nicht loslassen, ich muss sicher gehen, dass es nicht allein in der Tiefe sein wird, sondern seine Familie es findet! Ich fordere das Walkalb auf, dass es rufen soll, dass es Geräusche machen soll. Es beginnt tatsächlich zaghaft zu rufen, aber viel zu leise. Ich beginne dann, auf dem Kalb herumzudrücken, damit ich dadurch seine Lunge zusammendrücke und es lauter Rufen kann. Das gelingt auch, sein Rufen wird lauter. Wir warten eine Weile und ein alter Wal taucht auf. Jetzt weiß ich, dass das Walkalb wieder gut bei seiner Familie sein kann und ich entlasse es ins Meer. Der alte Wal schaut mich noch eine Weile sehr intensiv und mahnend an und taucht dann ab.“

Was hat esWalkalb nun mit diesem sehr bewegenden Traum auf sich?

Stufe 1: Das Meer steht für das Unbewusste, für die Dinge, die in uns liegen und uns im Inneren antreiben. Die Träumerin stößt am Strand, also am Übergang zum Unbewussten, auf 2 tote Walkälber. Und sie hat das dringende Bedürfnis, zumindest eines davon noch retten zu wollen. Wale als Tiere sind Huftiere, die zurück ins Meer gingen. Symbolisch stehen sie für die Heimkehr emotionaler Kräfte, für die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und für verdrängte Wünsche. Das, was hier betrachtet und „gerettet“ werden möchte sind auch tief verankerte, verdrängte Wünsche aus der Kindheit der Träumerin (daher Walkälber). Die Mahnung, dass eines der Kälber schon tot ist, ist allgegenwärtig. Daher hat sie das dringende Bedürfnis, zumindest das zweite Kalb noch zu retten und „ins Leben/zu seiner Familie“ zurückzuführen. Auch die Botschaft, dass es sich bei der Walfamilie um die Familie handelt, in der es um die „emotionale“ Heimkehr und Verbindung zu gleichgesinnten Menschen handelt, ist sehr deutlich.

Stufe 2: Die Träumerin spürt, dass in einem der Kälber noch tief im Inneren das Herz schlägt. Sie beginnt, es wieder zum Leben zu erwecken. Sie erinnert sich im Traum daran: „Wenn das Kalb in seinem Element ist, dann beginnt das Herz wieder zu schlagen.“ Hier galt es für die Träumerin zu erforschen: Was ist „ihr“ Element? Was war „ihr“ Element als Kind? Ihr Traum? Ihr Bedürfnis? Was hat sie selbst so lange in sich Sterben lassen und in sich begraben, dass es fast schon tot ist? Die Tatsache allerdings, dass die Walkälber am Strand liegen, zeigt auf, dass es ihr schon relativ bewusst ist. Im Traum agiert sie so, dass sie das Walkalb immer und immer wieder mit „seinem Element“ (in dem Fall mit dem Wasser) begießt, bis es zum Leben erwacht. Dieses Verhalten kann die Träumerin auch in ihrem Leben umsetzen, in dem sie sich immer wieder mit den Dingen befasst, die „ihr Element“ sind, die ihr Herz zum Schlagen bringen und sie mit Freude erfüllen.

Stufe 3: Es kommt der Punkt im Traum, wo die Träumerin das Walkalb ins Meer und zu seiner Familie geben muss. Damit es auch wirklich „in seinem Element“ und in „seine Heimat“ eintauchen darf. Noch ist sie zögerlich, sie will „sicher sein“, dass es auch wirklich zur Familie kommt und nicht allein verloren ist. Etwas, was sie dabei unterstützt, dieses Vertrauen in sich zu finden und die „Familie“ zu finden, um die es hier geht, ist: Kommunikation. Sie darf lernen, sich auszudrücken, sich mitzuteilen, „Laut zu geben“, um auf sich aufmerksam zu machen. Das, was als „Herzensessenz“ in ihr ist, darf nun laut ausgedrückt werden („das Walkalb gibt Laute und lockt die Familie an). Auf diese Weise wird es ihr gelingen, in „ihr Element“ und zu „ihrer Familie“ zu gelangen. Der alte Wal am Ende des Traumes blickte mahnend und intensiv. Ein Zeichen für die Träumerin, dass es hiermit sehr ernst ist, diesen Weg weiter zu verfolgen.

 

Dieser Traum stand für Stefanie im beruflichen Kontext ihres Lebens. In der Kindheit galt ihre Liebe den Tieren, was beruflich im Erwachsenenalter als Chemielaborantin keine Rolle mehr spielte. Sie entschloss sich als Erwachsene, Reiten zu lernen und entdeckte wieder ihre tiefe Leidenschaft für Tiere und Natur. Lange Zeit nur als Hobby neben dem Beruf, wuchs in ihr der Wunsch, mit Tieren zu arbeiten. Es stand für sie die Überlegung an, noch einmal eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin zu absolvieren. Die Hemmnisse, diesen Weg tatsächlich zu gehen, jedoch auf ihr Herz zu hören, kommen in dem Traum sehr deutlich zum Ausdruck.

 

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