Die Intuition ist eine der wichtigsten geistigen Fähigkeiten, neben unserer Vorstellungskraft, die es zu entwickeln und etablieren lohnt.

Warum? Weil diese Fähigkeit, sofern wir sie wieder trainieren und anwenden, uns uns selbst näher bringt und unser Bewußtsein schärft. Unser Bewußtsein, welches außerhalb unseres Verstandes fungiert und uns Dinge, Situationen und Menschen anders wahrnehmen lässt: nämlich umfassender, genauer, der eigentlichen Wahrheit wesentlich näher, als dass es unser Verstand zu beurteilen vermag.

Wer kennt das nicht? Dieses „Bauchgefühl“, was uns unbemerkt manchmal auf neue Wege lenkt im Leben. Und im nachhinein sagen wir: „Ja, irgendwas sagte mir, ich solle heute mal den anderen Weg zur Arbeit nehmen. Den, den ich sonst nie fahre. Und das führte dazu, dass ich nicht 2 Stunden im Stau stand.“ Das ist ein eher simples Beispiel für unsere bereits unbewußte Wahrnehmung, die uns lenkt. Manchmal bewahrt uns unsere Intuition vor weit schlimmerem, sofern man ihr vertraut und auf das hört, was sie einem bietet. Manchmal geschehen auch ganz wunderbare, schöne Erlebnisse. Man lernt vielleicht seinen Lebenspartner kennen, weil es einen „zufällig“ gerade heute in den alten Tante Emma Laden zieht, statt wie gewohnt in den großen Supermarkt.

Leider wird uns spätestens mit Eintritt in die Schule ziemlich vehement die Intuition wieder abtrainiert. Diese eigene Verbindung zu uns selbst und der Welt, die uns als Kind noch spielerisch und leicht gelingt, kommt uns mehr und mehr abhanden. Wir werden trainiert auf den Einsatz des Verstandes, auf die Aneignung von Wissen durch auswendig Lernen. Wir lernen, wie etwas als „richtig“ und „falsch“ einsortiert wird und sofern unsere Intuition dazu etwas anderes vermeldet (eine andere Wahrheit eben), wird diese unterdrückt. Die wenigsten jungen Erwachsenen, die die Schule und das klassische Erziehungssystem durchlaufen haben, haben noch eine gute Verbindung zu ihrer Intuition, zu ihrer besonderen Wahrnehmung. Sie hören lieber auf ihren Verstand oder auf die Aussagen anderer Menschen (Eltern, Lehrer, Ärzte, etc.), die es ja wissen müssen. Ohne zu prüfen: Ist das auch gut für MICH? Wie fühlt es sich FÜR MICH AN?

Und im späteren Berufs- und Privatleben sind wir noch immer so konditioniert, auf diese „verstandesgemäße“ Weise unsere Lebensentscheidungen zu treffen. Und wundern uns dann, dass unsere Pro und Contra-Listen, die wir für unsere Entscheidungen angefertigt haben, dann irgendwie doch fehlerhaft waren. Und uns den falschen Weg wiesen…

Was fehlt hier?

Die Verbindung zu deiner Mitte. Die Verbindung zu dir selbst. Nur, wer in sich ruht und den Kontakt mit sich im Inneren findet, kann aus seinem Unterbewußtsein heraus die für sich optimale Entscheidung auf lebenswichtige Fragen im Privaten, Beruflichen oder Gesundheitlichen finden.

Dein Unterbewußtsein ist wie eine „göttliche“ Instanz. Dein Unterbewußtsein ist ein riesiger Informations- und Wissensspeicher, der weit über das hinaus geht, was du ihm bewußt durch Lernen zugeführt hast. Denn wir können als Mensch bewußt nur ca. 16 Reize pro Sekunde aufnehmen und verarbeiten, alles andere wird abgefiltert und gelangt direkt ins Unterbewußtsein.

Die Aussage: „Alles ist bereits in dir“ stimmt demnach. Denn im Grunde bedeutet dies, dass du auf jede deiner Lebensfragen die für dich optimale Antwort aus dir heraus (aus deinem Unterbewußtsein heraus) finden kannst.

Denn dort sind wesentliche Informationen über dich und deine Umwelt gespeichert, die du mit deinem Wachbewußtsein so noch nicht wahrgenommen hast.

Unsere Wahrnehmung als Mensch geht weit über unsere 5 körperlichen Sinne hinaus (Sehen, Riechen, Hören, Fühlen, Schmecken). Ja, wir haben alle diesen sogenannten „6.Sinn“. Wie sich unsere intuitive Wahrnehmung gestaltet, hängt allerdings auch davon ab, welche Erfahrungen, Erinnerungen und auch welche Überzeugungen wir haben.

Vielleicht kennst du auch folgende Situation des 1. Eindrucks:

Ein neuer Kollege wird dir vorgestellt und – zack – spürst du schon: „Der Mann ist merkwürdig. Der ist nicht wahrhaftig, als hätte er ne Fassade aufgesetzt…“ Und du beginnst, anhand deines 1. Eindrucks diesen Kollegen bereits in eine Schublade zu stecken. Später im Arbeitsleben suchst du unbewußt häufig nach Verhaltensweisen dieses Kollegen, die deinen 1. Eindruck bestätigen.

Gleiche Situation, neue Kollegin, die dir vorgestellt wird. Du denkst: „Sie ist ja wirklich nett und sympathisch und so offen und herzlich.“ Und schon geht deine neue Schublade für die offene, herzliche Kollegin auf. Und künftig suchst du im Alltag unbewußt nach Bestätigung deiner bereits gemachten Einschätzung über die Kollegin.

Bis, ja bis die Realität dich eines Tages eines besseren belehrt. Der merkwürdige Kollege ist im Grunde ein herzensguter und gar nicht komisch, währenddessen die neue Kollegin sich als zügellose Tratschtante entpuppt.

Was war da los mit deiner Intuition?

Intuition wird u.a. auch genährt von unseren Erfahrungen, Erinnerungen und Überzeugungen, die wir aufbauen. Vielleicht ähnelte der neue Kollege – optisch oder in seinen Bewegungen – einer Person aus deinem Leben, mit der du weniger gute Erfahrungen verbindest. Und diese Erinnerung wurde unbewußt angetriggert, so dass du automatisch wieder ein ungutes und komisches Gefühl bekommen hast. Basierend darauf hast du dann im Bruchteil der Sekunde entschieden, dass der neue Kollege irgendwie merkwürdig ist.

Und die neue, zunächst herzliche Kollegin? Nunja. Auch hier könnte dein Bauchgefühl dich auf eine falsche Fährte gelockt haben. Vielleicht wünschst du dir ja mehr Zuwendung und Offenheit von deinen Mitmenschen, so dass du sehr empfänglich warst für ihre zunächst herzliche Art. Um dann im nachhinein festzustellen, dass dein erster Eindruck ein Trugschluss war.

Dennoch gibt es sicher auch bei dir „erste Eindrücke“, die sich intuitiv als stimmig und im nachhinein als richtig erwiesen. Sei es beim Kennenlernen von Menschen oder auch bei situativen Geschehnissen in deinem Leben.

Eine reine Intuition geht allerdings viel tiefer. Sie geht weit über einen solchen 1.Eindruck hinaus. Sie ist losgelöst von deinen Erfahrungen, Erinnerungen und Überzeugungen. Die reine Intuition, die du wieder trainieren kannst, erschöpft dir den Zugang zu deinem in dir liegenden umfangreichen Wissen und demnach zu neuen Entscheidungs-Möglichkeiten. Sie verschafft dir Klarheit über anstehende Lebensthemen, Projekte, Situationen und Menschen und kann dir aufzeigen, wie sich Situationen entwickeln werden. Mit deiner trainierten Intuition verschaffst du dir selbst einen Zugang zu Lösungsideen, die außerhalb deines verstandesmäßigen, logischen Denkens liegen.

Was wäre, wenn du z.B. optimale unternehmerische Entscheidungen treffen könntest, unabhängig von deinem bisherigen Erfahrungen oder Wissensstand? Entscheidungen, die dich zum gewünschten Erfolg führen?

Was wäre, wenn du wieder in deine Ruhe und Entspannung kommst und aus dieser, deiner Mitte heraus deine zwischenmenschlichen Beziehungen mit mehr Feingefühl, Wertschätzung und Authentizität gestalten würdest? Weil du die Bedürfnisse deines Gegenübers mehr und wirklich wahrnimmst?

Wie würde sich dein derzeitiger körperlicher (vielleicht sogar gesundheitlicher) Zustand verändern und verbessern, wenn du wieder mehr ein Gespür für die Bedürfnisse deines Körpers bekommst und hier deiner inneren Stimme folgst?

Intuition und Vorstellungskraft zu trainieren kann dir zu dem Leben verhelfen, was du dir wirklich wünschst. Denn nichts führt dich schneller zu dir selbst und deinem Wesenskern.

Schreibe mir gerne in den Kommentar, welche besonderen Erfahrungen du für dich dank deiner Intuition gemacht hast.

Alles Liebe, Tabea