Ein Angsttraum, der pure Albtraum!

Es gibt Dinge im Leben, die versetzen uns in Angst und Schrecken. Selbst umgangssprachlich kennen wir den Begriff: „Diese Situation war ein Albtraum für mich!“. Wir wollen damit ausdrücken, welch massive Wirkung etwas auf uns hatte, eine Situation, mit der wir im ersten Moment nicht umzugehen wussten und uns dieser am liebsten entziehen wollten.  

Im Leben reagieren wir als Mensch auf das Gefühl von Angst mit 3 unterschiedlichen Verhaltensweisen:

1.    Flucht und Vermeidung

2.    Erstarrung und Totstellen

3.    Angriff und Verteidigung.  

Je nach Ausmaß der empfundenen Angst und entsprechend der uns antrainierten Verhaltensweise verfallen wir in eines dieser Reaktionsmuster.  

Ja, früher, sehr viel früher, waren solche Verhaltensweisen durchaus lebensrettend. Als wir noch mit Bärenfellen bekleidet zu Fuß durch die unübersichtliche Prärie liefen und uns mental auf den Säbelzahntiger einstellen mussten, der hinter jedem Busch lauern konnte. Und das Gute daran, wir konnten dann das durch unsere Angst im Körper ausgeschüttete Adrenalin durch unser Weglaufen (Flucht) oder durch das Hauen auf den Säbelzahntiger (Angriff) auch gleich abbauen. Diese Art des Umgangs mit der Angst führte auch zu einer recht ausgeglichenen inneren Haltung – behaupte ich mal.

Nun – die Säbelzahntiger sind ausgestorben. Unser Angstverhalten nicht.

Der moderne Mensch entwickelt andere Ängste. Angst vorm Fliegen in Flugzeugen oder vorm Autofahren. Angst vor Jobverlust. Angst vor Krankheiten. Angst vorm Verlassenwerden. Angst vor Spinnen. Angst vor Knöpfen. Angst davor, seine eigene Wahrheit auszusprechen. Angst, Angst, Angst…

Was ein wenig auf der Strecke geblieben ist, ist unser heutiger Umgang mit Angst. Der ist leider alles andere als modern.

Niemand erklärt uns als Kind, wie wir gut uns sinnvoll mit Angst umgehen können. So, dass wir uns und anderen damit nicht schaden. Sondern die Angst erkennen, annehmen und auflösen können. Selbst unsere Eltern wussten es nicht besser, als uns Kindern bei aufkommender Angst zu vermitteln: „Du musst doch keine Angst haben!“„äh ja….ich hab doch aber schon Angst?! Wo soll ich damit denn jetzt hin?“„hm, na am besten, du ignorierst sie. Kehrst sie hübsch unter deinen Teppich und tust so, als existiere sie nicht.“ Gut, dass ist ziemlich salopp formuliert. Dennoch spiegelt es oft wider, wie viele Menschen mit aufkommenden Ängsten umgehen. Erstmal so tun, als wäre sie nicht da… 

Bedauerlicherweise führt das permanente Ignorieren einer vorhandenen Angst leider nicht dazu, dass man diese los wird. Im Gegenteil: in den unmöglichsten Situationen und zu unpassendsten Zeiten meldet sich diese plötzlich zu Wort. Und führt nebenbei zu einem unglaublich emotionalem Streß, denn kommt die Angst, schüttet der Körper noch immer fleißig Adrenalin aus.  

Geschickt tagsüber verdrängt, zeigen sich unsere unverdauten Ängste gern auch nachts in unseren Träumen. Ein Angsttraum (oder auch Albtraum) spiegelt uns dann Situationen aus unserer Gegenwart oder Vergangenheit. Das eigentliche Traumerleben wird immer negativ empfunden und führt aufgrund der starken Emotionalität meist zum abrupten Aufwachen aus diesem Traum.  

Gelegentlich auftretende Albträume können als Ventil verstanden werden, die den Träumer Gefühle des Alltags verarbeiten lassen, die er im Alltag nicht auszudrücken vermag oder die oftmals derart verdrängt werden, dass sich der Träumer diesen unterdrückten Gefühlen und Bedürfnissen gar nicht mehr bewußt ist.  

Häufig auftretende Angstträume ermahnen den Träumer allerdings, „Aufzuwachen“ bei einem Thema im Leben, welches geändert oder gesehen werden will!  

Denn diese Art von Träumen fordern regelrecht ein, sich einem verdrängten traumatischen Erlebnis in der Wachwelt bewußt zu widmen. Und sich mit den aktuellen Situationen und Lebensumständen, welchen den Träumenden innerlich aufwühlen und verängstigen, auseinandersetzen.  

Wenn du mit Angstträumen konfrontiert wirst, frage dich: Wo im Leben schaue ich weg? Was ignoriere und vermeide ich? Was will ich nicht wahrhaben?  

Bei den im Traum aufgezeigten Ängsten handelt es sich selten 1:1 um diese im Traum erlebte Angst. Wenn du im Traum z.B. von einer Person verfolgt wirst, dann bedeutet das nicht automatisch, dass du im Leben ebenso von einer Person verfolgt wirst. Diese sog. personifizierten Ängste, die sich dir im Traum auf unangenehme Weise nähern, sind Anteile deiner Selbst, die dir etwas mitteilen wollen und sich dir aufdrängen, um sich auf diese Weise ins Bewußtsein zu bringen.  

Kannst du Angstträume überwinden? 

Ja, das kannst du.  

Welche ersten Schritte kannst du dafür tun? 

Bring mehr Bewußtheit in diese Angst, in das Thema selbst:  

Lege dir ein z.B. ein Traumtagebuch zu (Tipps zum Traumtagebuch findest du hier). Schreibe dir auf, was dir im Angsttraum widerfahren ist.  

Oder erzähle deinen Traum einer Vertrauensperson, oder sprich ihn auf ein Diktiergerät oder Tonband auf. Jedes Handy hat heute eine Aufnahmefunktion, die du dafür nutzen kannst.  

Allein diese Möglichkeiten verhelfen dir im ersten Moment, den Traum „aus dir heraus zu bringen“, d.h. auf Papier oder auf Tonband und damit erst einmal bewußt ins Außen. Jetzt hast du auch mehr Abstand und kannst aus einer neuen Position (nämlich von Außen) auf das im Traum Erlebte schauen.  

Diese Methode ist sehr einfach, wird allerdings in ihrer Wirksamkeit völlig unterschätzt!  

Ein äußerst wichtiger Punkt im Umgang mit Ängsten ist: Laß sie da sein! Auch, wenn es sich unangenehm anfühlt. Erkenne zunächst erst einmal an, dass du Angst hast. Ignoriere sie nicht, verdränge sie nicht.

Du kannst auch mit deiner Angst sprechen. Damit gibst du ihr auch Präsenz und erlaubst der Angst, erst einmal „da sein“ zu dürfen.  

Angst zu haben ist menschlich. Wir dürfen lernen, auch mit diesem Gefühl für uns gut und sinnvoll umzugehen. Laß aus permanent unterdrückter Angst keine Panik werden, sondern widme dich den Dingen in dir und deinem Leben, wenn es für dich an der Zeit ist. Das bedeutet Wachstum und Weiterentwicklung! Stell dich den Dingen und pack die „heißen Eisen“ deines Lebens an und du wirst sehen, dass du es nicht nur „überlebst“ sondern dein Leben danach in mehr Freude, Entspanntheit und mit mehr Lebensqualität genießen kannst.  

Da ich selbst schon sehr lange mit Träumen arbeite und mich über meine Träume als Mensch unglaublich weiter entwickeln konnte, möchte ich dir an dieser Stelle einen meiner eindrücklichen Luziden Albträume schildern. Dieser Traum soll auch dich ermutigen, dich mit deinen Angstträumen auseinander zu setzen, um die darin enthaltene Botschaft für dich und dein Leben zu entdecken.  

Denn hier beginnt die Veränderung für dich!